Häufig gestellte Fragen

Brauche ich wirklich ein Hör­gerät?

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie nicht richtig hören können (z. B. wenn Sie den Fern­seher lauter stellen oder in großen Gesprächs­runden sehr konzentriert sein müssen), sich unsicher fühlen und oft nachfragen müssen, was gesagt wurde – oder auch, wenn Freunden und Verwandten auffällt, dass Sie schlecht hören: Sprechen Sie unbedingt mit meinem Hals-Nasen-Ohren-Arzt oder einem Hörgeräte­akustiker und machen Sie einen Hörtest.

Fast immer kommt ein Hörverlust schleichend und nicht von heute auf morgen. Aber manchmal sind die Ohren auch einfach nur verstopft und müssen gereinigt werden.

Sollte der Hörgeräte­akustiker einen Hör­verlust feststellen, wird er Sie an einen HNO-Arzt überweisen. Dieser wird dann eine medizinische, audio­logische Untersuchung durchführen und feststellen, um was für eine Schwer­hörig­keit es sich handelt und ob diese Schwer­hörig­keit durch ein Hörgerät ausgeglichen werden sollte.

Für eine Hörgeräte­indikation gibt es verschiedene Kriterien. Zum einen wird mit verschiedenen Tönen gemessen, wann sie einen bestimmten Ton im Vergleich zu einem Normal­hörenden hören können. Gleichzeitig wird mit einem Sprach­test gemessen, wie viel Zahlen und Wörter Sie bei unterschied­lichen Lautstärken noch verstehen können.
Beide Ergebnisse zusammen zeigen, ob Sie eine Hörgeräteversorgung benötigen oder nicht. Diese Werte sind auch für einen möglichen Krankenkassenzuschuss wichtig.

Das Wichtige ist jetzt, dass sie einfach verschiedene Hörgeräte beim Akustiker durchtesten. Dann können Sie nämlich selber feststellen, ob Ihnen die Hörgeräte eine Verbesserung bringen oder nicht.

Wie ist der Ablauf einer Hör­­system­­an­passung?

Bevor Sie eine Hörhilfe bekommen, ist es notwendig, Ihr Hörvermögen ausführ­lich zu messen. Diese Messungen können Sie bei einem HNO-Arzt oder bei uns durch­führen lassen. Danach kann entschieden werden, ob ein Hörsystem sinnvoll ist.

Für eine Erstversorgung ist die Untersuchung eines HNO-Arztes nötig. Dieser stellt eine genaue Diagnose und verordnet Ihnen ein Hörsystem, falls die Hör­probleme nicht medizinisch behoben werden können. Auf Basis Ihres Hör­vermögens, Ihrer indi­viduellen Wünsche und Ihrer Hör-Situation, stellen Sie gemeinsam mit dem Arzt eine Auswahl optimaler Hör­systems zusammen.

Im nächsten Schritt werden die ausgewählten Hör­systeme auf Ihre individuellen Be­dürfnisse eingestellt. Sie erhalten dann die Möglichkeit, die Geräte in Ihrem alltäglichen Umfeld einige Zeit zu testen. Es folgen in aller Regel eine Eingewöhnungs­phase und einige Fein­justierungen an den Systemen.

Erst wenn Sie mit dem Ergebnis voll und ganz zufrieden sind, sind die Hörsysteme perfekt angepasst und gehören Ihnen.

Benötige ich auf beiden Ohren ein Hör­­gerät oder reicht eines aus?

Wenn man auf beiden Ohren schwerhörig ist, sollte man auch an beiden Ohren Hör­geräte tragen. Nur so sind eine Orientierung im Raum und ein besseres Gehör in größeren Gesprächsrunden möglich. Ist nur ein Ohr mit einem Hörsystem versorgt, hören Sie verstärkt mit diesem Ohr – und das „unversorgte“, schwer­hörige Ohr wird immer schlechter. Auf keinen Fall sollte man hier sparen – sondern eher zwei günstige Hör­systeme nehmen. Wir beraten Sie gerne!

Warum sind die Neben­geräusche so unan­genehm laut?

Unangenehme Neben­geräusche, wie Straßen­lärm oder Zeitungs­knistern wirken mit Hör­geräten zunächst lauter als die „schönen“ Geräusche wie Vogel­zwitschen oder Wasser­plätschern – weil sie einen wieder deutlich mehr stören. Ein Schwer­höriger hat diese kaum wahr­genommen. Der Normal­hörende ist es gewohnt, Geräusche aller Art „laut“ zu hören, hat sich aber dran gewöhnt – genauso muss man sich an das Hören mit Hör­geräten gewöhnen. Mit der Zeit werden die Geräusche dann wieder „normal“ wahr­gemommen.

Ich komme mit meinen Hör­geräten nicht zurecht. Was soll ich tun?

Wenn Sie mit Ihren Hörgeräten nicht zufrieden sind, sollten Sie zum Hörgeräte­akustiker gehen und ihm genau schildern, was Sie stört. Er kann versuchen, Ihre Geräte audiologisch so optimal wie möglich einzustellen.

Doch um realistisch zu sein: Es handelt sich bei Hörgeräten trotz immer besser werdender Technik tatsächlich um ein Hilfsmittel. Wer den Anspruch hat, perfekt hören zu wollen, wird vermutlich enttäuscht werden. Wie so oft, ist die Natur besser als die Technik. Deshalb sollte der „neue“ Hör­gewinn immer mit der Situation ohne Hör­gerät verglichen werden.

Aber dennoch ist klar: Die modernen Hörge­räte haben nichts mehr mit den Hörgeräten von damals gemeinsam. Auf dem Markt hat sich gerade in den letzten 15 Jahren wirklich etwas getan. Ob aktive Stör­geräusch­reduzierungen, Sprach­erkennungs­systeme, Mehr­programm­technik, Lern­funktionen und viele mehr – ein modernes Hörsystem besitzt ähnlich viel Rechenleistung wie ein großer Computer.

Die Eingewöhnung

Hörgeräte werden hochtechnologisch und individuell auf das entsprechende Ohr angepasst und extra angefertigt. Kein Hörgerät ist austauschbar.

Die meisten Träger von Hörgeräten benötigen eine Eingewöhnungs­phase – diese wird oft als anstrengend empfunden. Sowohl an die Hand­habung im Alltag als auch an die verschiedenen Einstellungen muss man sich gewöhnen – ebenso wie an das Hören selbst. Die Umgebung wird wieder ganz anders wahr­genommen. Das „neue“ Hören muss wieder trainiert werden.

Praxistipps für die Eingewöhnung mit dem Hörgerät

Praxistest

Hörgeräte sollten sich im Alltag nicht als störend erweisen – sie sollten also in der Praxis getestet werden. Denn nur so kann man beur­teilen, ob sie den indivi­duellen Be­dürfnissen entsprechen. Und insbesondere die Hand­habung sollte keine Probleme darstellen. Deshalb sollte man unbedingt nachfragen – auch gern öfter – wenn einem die Hand­habung nicht sofort ein­leuchtet. Und ein Fach­mann kennt sich aus!

Häufiges Tragen erleichtert die Eingewöhnung

Je häufiger das Hörgerät gerade in der Anfangs­phase getragen wird, desto besser ist die Einge­wöhnung und desto schneller wird das Gerät nicht mehr als Fremd­körper, sondern als Hilfsmittel wahrgenommen.

Auf die Umgebung kommt es an

Die Eingewöhnung sollte in der richtigen Umgebung stattfinden. Ruhige Situationen mit kontinuierlicher Beschallung sind hier sinnvoller als Momente, in den viele verschiedene Menschen – oftmals auch in unterschied­licher Laut­stärke – miteinander kommunizieren. Auch Hinter­grund­geräusche stören die Einge­wöhnung. Die volle Kneipe ist also ein unge­eigneter Ort für eine Einge­wöhnung mit dem Hörgerät – idealer ist eine kleine Runde, um das Gehirn nicht zu überfordern.

Geringer Geräuschpegel

In der Einge­wöhnungs­phase sollte der Geräusch­pegel gerade innerhalb der Wohnung gering gehalten werden. Straßengeräusche sollten durch geschlossene Fenster vermindert werden. Radio, Fernseher und elektrische Haus­halts­helfer sollten möglichst nicht gleich­zeitig eingeschaltet sein. Und Unter­haltungen sollten in Räume verlegt werden, in denen man nicht die Wasch- oder Spül­maschine im Hintergrund hört.

Augenkontakt halten

Gespräche sollten mit Augenkontakt stattfinden. Der Blick auf die Lippen, sowie Mimik und Gestik des Gesprächspartners helfen beim Training des Gehirns, Gehörtes und Lippenbewegungen in Einklang zu bringen. Freunde, Verwandte und Kollegen sollten auf die Eingewöhnungsphase mit dem Hörgerät hingewiesen werden und sich vor dem Ansprechen bemerkbar machen sowie auch grundsätzlich nur frontal zu einem selbst sprechen.

Wahrnehmungs­training

Bei Menschen, die schon länger Hörp­robleme haben, kann es zu Problemen mit dem eigenen Sprachvermögen kommen. So kann sein, dass ein Schwerhöriger sehr laut spricht oder sich bei ihm eine verwaschene Sprache entwickelt hat. Hier kann hier ein Wahr­­nehmungs­­training helfen, das eine Besserung dieser Störungen bewirkt.

Warum pfeifen meine Hörgeräte immer?

Das Pfeifen bei Hörgeräten kann verschiedene Ursachen haben. Am häufigsten tritt es auf, wenn die Ohren oder das Hörgerät verstopft sind. Manchmal sitzt das Hörgerät nicht richtig oder es muss ein Schlauch erneuert werden. In solchen Fällen sollte man seinen Hörgeräte­akustiker aufsuchen. Normal ist es allerdings, wenn die Hörgeräte beim Verdecken der Ohren und Hörgeräte pfeifen. Dadurch wird eine Rückkopplung provoziert. Viele Kunden machen dies, um festzustellen, ob die Geräte eingeschaltet sind. Wenn die Hörgeräte korrekt im Ohr sitzen und die Ohren sauber sind, sollten die Hör­geräte so eingestellt sein, dass sie nicht pfeifen.

Wie lange halten Hörgeräte?

Die normale Tragedauer bei Hörgeräten liegt zwischen sieben und neun Jahren. Bei einigen Kunden halten die Geräte sogar zehn Jahre und länger. Die meisten Kranken­kassen geben sechs Jahre als Wechsel­zyklus an – wobei nicht jeder, der ein sechs Jahre altes Hör­gerät hat, auch ein neues benötigt. Oft ist dies aber der Fall und sinnvoll, denn die Technik hat sich meist in der Zeit schon wieder verbessert. Was anfangs bei High-End-Geräten eingeführt wurde und dement­sprechend teurer war – wird mit der Zeit in Geräte niedriger Preis­klassen eingebaut und wird somit bezahl­bar.

Mein Hörgerät funktioniert nicht mehr. Was soll ich tun?

Testen Sie als Erstes, ob es an der Batterie liegen könnte. Wenn die Batterie neu oder noch voll ist und das Hörgerät trotzdem keinen Ton von sich gibt, ist es entweder verstopft oder defekt. Je nach Gerät, kann man in den Bedienungs­anleitungen nachlesen, ob und inwieweit man das Gerät selber reinigen kann. Falls das Gerät sauber und die Batterie voll ist, sollte man es zur Untersuchung zum Hörgeräte­akustiker bringen.

Beim Fernsehen kann ich den Nach­richten­­sprecher noch gut ver­stehen, aber bei Spiel­fil­men habe ich Probleme. Warum?

Nachrichtensprecher sind auf gute Aussprache geschult. Sie sprechen klar, langsam und deutlich. Außerdem gibt es bei Nachrichten keine Hintergrundmusik oder Geräusche. Das ist bei einem Spiel­film oder einer Serie oft anders. Hier vermischt sich das reine Sprach-, also Nutz­signal, mit den verschiedenen Geräuschen und Musik. Für das Hörgerät ist es in diesem Falle schwierig, die Sprache herauszufiltern. Weiter kommt hinzu, dass Fernseher ein großes Bild aber relativ kleine Laut­sprecher haben, aus denen kein besonders guter Klang kommt. Hier können spezielle TV-Anlagen oder Zubehör zum Hör­gerät sinnvoll sein, z. B. Kopfhörer von Senn­heiser, die das Audiosignal direkt am TV abgreifen und über Infrarot oder Funk an den Empfän­ger schicken. Bei moderneren Hörgeräten gibt es zudem die Möglich­keit, mit einer direkten Verbindung fernzusehen, d. h.: Das Audio­signal wird von einem Sender über die Fern­be­dienung ins Hörgerät geschickt und dort entsprechend dem Hörverlust verstärkt.

Warum kann ich trotz Hörgerät nicht alles verstehen?

Das kann viele Ursachen haben. So spricht z. B. nicht jeder Mensch so klar und deutlich wie ein Nachrichten­sprecher. Und manchmal stört auch schon ein unruhiges akustisches Umfeld. Aber das geht auch Normal­hörenden so, z. B. auf einer Feier mit vielen Menschen und Musik im Hintergrund. Dann fragt er einfach nach und nimmt das nicht weiter wahr – während ein Schwerhöriger in solchen Situationen natürlich sensibilisiert ist und die Schuld schnell beim Hörgerät sucht. Aber: Es ist normal, dass man manchmal nicht alles verstehen kann.

Kann ich mit den Hörgeräten telefonieren?

In den meisten Fällen ja. Es kann sein, dass Sie den Telefonhörer – je nach Hörgerät – höher halten müssen. Denn das Mikrofon eines HdO-Gerätes befindet sich oben auf bzw. hinter dem Ohr. Wenn Sie den Telefon­hörer dann ein paar Zentimeter höher als sonst halten, liegen der Lautsprecher des Telefons und das Mikrofon des Hörgerätes aneinander. Moderne Hörsysteme sind aber auch oft schon mit Bluetooth-Funktionen zum Telefonieren ausgestattet.

Wird mein Gehör durch Hörgeräte schlechter?

Nein – im Gegenteil. Durch die Hörgeräte wird das Ohr wieder „gereizt“. Es wird trainiert, die vorher fehlenden Töne zu hören und zu verstehen. Je länger man eine Hörgeräte­versorgung bei einem Hörverlust hinausschiebt, desto schlechter wird das Sprach­verstehen. Das führt manchmal soweit, dass einige Kunden, die viele Jahre mit einer Hörgeräte­versorgung gewartet haben, auch mit den besten Hörsystemen kein 100%iges Sprach­verstehen erreicht. Daher raten sowohl Krankenkassen als auch HNO-Ärzte, frühzeitig mit einer Hörgeräte­versorgung anzufangen – zumindest sich erst einmal beraten zu lassen, bereits beim ersten Anzeichen.

Mein Hörgerät funktioniert nicht mehr. Was soll ich tun?

Testen Sie als Erstes, ob es an der Batterie liegen könnte. Wenn die Batterie neu oder noch voll ist und das Hörgerät trotzdem keinen Ton von sich gibt, ist es entweder verstopft oder defekt. Je nach Gerät kann man in den Bedienungs­anleitungen nachlesen, ob und inwieweit man das Gerät selber reinigen kann. Falls das Gerät sauber und die Batterie voll ist, sollte man es zur Untersuchung zum Hörgeräte­akustiker bringen.

Wie lange halten die Batterien in den Hörgeräten?

Das hängt von vielen Kriterien ab, wie z. B. dem Grad des Hörverlustes, der Batteriegröße, der täglichen Tragedauer, dem akustischen Umfeld etc. Bei sehr kleinen Hörgeräten und dement­sprechend kleinen Batterien halten die Batterien bis zu sechs Tagen, während bei größeren Geräten und Batterien eine Halt­barkeit bis zu 20 Tagen möglich ist.

Gibt es Hörgeräte mit Akkus, anstatt Batterien?

Ja, die gibt es. Ob diese Geräte für Sie in Frage kommen, kann Ihnen Ihr Hörgeräte­akustiker sagen. Hörgeräte mit Akkubetrieb haben einige Vorteile, aber auch einige Nachteile.

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